Bei der Planung und Genehmigung von Verkehrsinfrastrukturprojekten sind umfangreiche umwelt-, natur- und artenschutzrechtliche Anforderungen zu beachten, deren Umfang und Komplexität in den vergangenen Jahren stetig angestiegen sind. Um die am Planungs- und Genehmigungsprozess beteiligten Parteien bei der Recherche nach projektrelevanten Daten zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) 2019 die Entwicklung einer KI-basierten Wissensplattform initiiert, welche die Möglichkeit bietet, zu jeder fachlichen Frage im Umweltbereich den aktuellen wissenschaftlichen Stand abzurufen. 

Condat und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben für das BMVI eine Machbarkeitsstudie zur Umsetzung der geplanten Wissensplattform erstellt, die nun erfolgreich abgeschlossen und vorgestellt wurde. Im Ergebnis bestätigen die Studie und ein erstellter Demonstrator, dass eine auf KI-Technologien basierende, selbstlernende Wissensplattform für das skizzierte Anwendungsszenario des BMVI umsetzbar und in besonderem Maße geeignet ist, um die Effizienz von Planungs- und Genehmigungsprozessen in der Verkehrswegeplanung zu erhöhen. Die Erstellung der Plattform soll Anfang 2021 augeschrieben werden.

"Mit der zentralen Wissensplattform können unsere Planerinnen und Planer bei allen fachlichen Fragen zum Umwelt-, Natur- und Artenschutz den aktuellen wissenschaftlichen Stand abrufen, um die komplexen Anforderungen der Rechtsprechung der Gerichte, wie des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesverwaltungsgerichts, zu erfüllen. Das geht nicht nur schneller, sondern garantiert mit der frühzeitigen Einbindung aller relevanten Informationen auch Rechtssicherheit.", sagt Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Der Abschlussbericht zur Machbarkeitsstudie ist beim BMVI zum Download verfügbar:
https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/machbarkeitsstudie-entwicklung-wissensplattform.pdf?__blob=publicationFile